
-18-Story Vivien Lack überzeugt bei den Hamburger Boxmeisterschaften
Turniersiegerin Vivien Lack (14) freut sich über ihren ersten Sieg. Jetzt warten die norddeutschen Meisterschaften auf das Boxtalent.
HAMBURG -
Drei enge Kämpfe hatten die Zuschauer in der gut gefüllten Karl-Schneider-Halle in Farmsen an diesem Sonnabend bereits gesehen, als die ersten und einzigen beiden Mädchen bei den Hamburger Boxmeisterschaften den Ring bestiegen. Schnell wurde deutlich, dass dieser Kampf nicht lange dauern würde. Zu klar war die Überlegenheit der 14-jährigen Vivien Lack über ihre gleichaltrige, tapfere Kontrahentin Lea Krosanke vom Eimsbütteler TV. Vivien, die für die TH-Eilbeck startet, wurde souverän Turniersiegerin in der Klasse bis 70 Kilogramm.
Für die anwesenden Experten war Viviens Sieg keine Überraschung, gilt das blonde Mädchen doch schon lange als großes Talent. Einzig an der Kampferfahrung mangelt es der Farmsenerin noch, die von ihrem Vater Frank Lack trainiert wird. So stand Vivien bei ihrem ersten Sieg erst zum zweiten Mal unter Wettkampfbedingungen im Ring. Den ersten Kampf verlor sie im November letzten Jahres noch knapp. "Weil ich viel zu nervös und aufgeregt war. Ich konnte in der Nacht vor dem Kampf bis vier Uhr morgens kein Auge zumachen", erzählt das Boxtalent.
Jetzt hofft Vivien, dass sie möglichst schnell weitere Bewährungschancen bekommt, am besten schon am 28. April bei den norddeutschen Meisterschaften. Doch, wie so oft im Mädchenboxen, bleibt abzuwarten, ob sich entsprechende Gegnerinnen finden lassen. Denn alle Kämpfe sollen, was Gewicht, Alter und Erfahrung der Sportlerinnen betrifft, möglichst ausgeglichen sein.
Selbst für das Sparring ist es schwierig, für die Nachwuchsboxerin passende Partnerinnen zu finden, die stark genug sind. Meistens muss ihr Trainer Frank Lack deshalb auf Jungs zurückgreifen, und selbst die haben es gegen die ehrgeizige Sportlerin nicht einfach. Freiwillig trainiert die Nachwuchsboxerin seit sechs Jahren bis zu viermal die Woche, um ihrem Traum, Profi zu werden, näher zu kommen.
Von ihren Klassenkameraden in der siebten Jahrgangsstufe der Anne-Frank-Schule wird sie wegen ihres zeitaufwendigen Hobbys und ihrer blonden Haare gern Regina Halmich genannt. "Das passt mir gar nicht. Schließlich sind Susi Kentikian und Zsolt Erdei meine Vorbilder", erklärt Vivien. Sie durfte Erdei sogar schon persönlich kennenlernen: "Der ist ein super Boxer, hat einen tollen Charakter und ist dabei noch lustig."
Neben Vater Frank unterstützen sie auch Mutter Dörte und ihr 13 Jahre alter Bruder Marvin bei der Ausübung ihres Sports. Boxen ist bei den Lacks eine Familien Angelegenheit. "Sie hat aber nicht nur ein gutes Umfeld", sagt Hermann Rehr, Trainer und Talentsichter beim Hamburger Amateur-Box-Verband "Sie kämpft äußerst sauber und geradlinig, hat dazu eine sensationelle Deckung. Vivien wird ihren Weg machen."
hspsav
erschienen am 2. April 2007